Das künstlerische Zusammenspiel von Vater und Sohn

Stuttgarter Nachrichten u. Stuttgarter Zeitung 09.10.2006

Reinhard und David Verstege zeigen ihre Skulpturen erstmals in einer gemeinsamen Ausstellung.

Sillenbuch. Zwei Drachen in einem Bronzegestrüpp oder ein weiblicher, kopfloser Körper. Das sind Skulpturen von Reinhard und David Verstege. Erstmals haben Vater und Sohn am Wochenende zusammen ausgestellt.

Die Vernissage-Besucher sehen ein dunkle Skulptur. Da sind zwei Gestalten, zwischen ihnen eine Mauer. Die eine Figur bückt sich leidend, sie will sich befreien. Sie reißt ein Loch in die trennende Wand. Der Kopf ist hohl, bloß ein verdickter Drahtring. Er kann nicht denken. Der Mensch jenseits der Mauer hingegen streckt die Arme nach oben. Er hat es geschafft. Er ist auf der anderen Seite. Aber auch er hat einen Hohlkopf. Sein Körper ist frei, aber seine Gedanken sind noch immer gefangen. „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“, hat David Verstege das Kunstwerk genannt. Von Freitag bis Sonntag hat er erstmals gemeinsam mit seinem Vater Reinhard Verstege im Gemeindehaus Sankt Michael 60 Skulpturen gezeigt.

Als Sinfonie haben Vater und Sohn ihre Werkschau angekündigt. In der Musik bedeutet Sinfonie ein dynamisches Zusammenspiel einzelner Töne, verschiedener Instrumente, von Musiker und Zuhörer. Bei dieser Ausstellung steht Sinfonie für das Zusammenspiel verschiedener Werkstoffe, der Bildhauer und der Betrachter. Und mit Sinfonie meinen die Versteges auch das Miteinander der Generationen, das Miteinander von Vater und Sohn.

Reinhard Versteges Plastiken haben oft mit Bibelthemen zu tun. „Ich beschäftige mich stark mit der Kreuzgestaltung“, sagt der Bildhauer. Er erstellt unter anderem Groß- und Kleinplastiken, und er gestaltet Reliefe.

Sein Sohn David entwirft neben Skulpturen zum Beispiel auch Grabmale. Fotografien dokumentierten den praktischen Aspekt ihrer Arbeit, eben die Grabmalgestaltung, Wandbrunnen oder Gartenplastiken.
 

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